WILLKOMMEN BEI PRAEHISTORIC - ARCHERY

Prähistorische Bögen in Reihenfolge auf dieser Seite

1. Der „ Holmegaard „ - Steinzeitbogen Ca. 6.500 v.Chr.

Bogenbau „ Holmegaard „ auch in Kruft möglich - siehe Termine, oder nach Vereinbarung.

2. Der " Meare Heath " Bogen Ca. 2600 v. Chr.

3. Der „Bodman“ Bogen  Ca. 4000 v. Chr.

1. der „ Holmegaard „ - Steinzeitbogen Ca. 6.500 v.Chr.

Auf der Dänischen Insel Lolland kam 1944 bei archäologischen Ausgrabungen dieser Fund zu Tage. Dabei handelt es sich bis heute um den ältesten kompletten Bogenfund aus der Jungsteinzeit. Der Bogen selbst war aus Ulme gefertigt und ca. 1,54m lang. Spätere Funde des gleichen Typs in Norddeutschland bestanden aus Eibe und variierten in der Länge bis 1,90m. Es wird angenommen das dieser Bogen "Holmegaard" in einem Zeitraum von bis zu 4.000 Jahren genutzt wurde, also schon ab ende der letzten Eiszeit.

Neue Bilder:  Bogenbaukurs Dezember 2011 in Kruft

und

Bogenbaukurs 1999 in Boppard mit Dr. Johann Tinnes (weiter unten)

Hierbei handelt es sich um eine Rekonstruktion des Holmegaard Steinzeitbogen. Das Profil dieses Flachbogens ist wie folgt - der Rücken ist an den Seiten etwas abgerundet und auf die Bauchseite ist flach gehalten. An den Wurfarmenden ändert sich das Profil fast in eine Rechteckform. Als Holz für den Bogen wurde " Hickory " (amerikanscher Haselnuss) verwendet. Die Sehne wurde entsprechend der Zugkraft mit bis zu 16 Leinenfäden gedreht. Später wurde die Sehne nur noch mit 12 Fäden hergestellt damit die Sehne etwas schneller ist. Für die Pfeile wurde Geweih für die Spitzen hergestellt, mit Birkenpech fixiert und abschließend mit Beinsehnen vom Hirsch gesichert. Die Arbeiten an der Rekonstruktion des " Holmegaard " Steinzeitbogens war so arbeitsintensiv das darüber nur wenige Fotos existieren. Nicht primitiv sondern eine hoch entwickelte Jagdwaffe hatten wir am Ende des Seminares in der Hand. Bei einem abschließenden Testschießen konnten die Bögen mit einer starken und präzisen Eigenschaft jeden Teilnehmer überzeugen.

Bild oben: Holmegaard Steinzeitbogen aus Hickory

Bild oben: Bearbeitung eines Holmegaard

Bild oben: ein Sudbury Indianerbogen wird bearbeitet

Bild oben: fertiger Tiller des Sudburybogens

Bild oben/ unten: fertigen von Pfeilspitzen aus Geweih, Wicklung mit Sehnen

Bild Unten: letzte feinarbeiten an den Bögen

Bild oben: damit der Ledergriff nicht rutscht wird schon mal doppelseitiges Klebeband aufgebracht.


Bild oben: links der Sudburybogen, recht der Holmegaard beim einschießen.


Ab hier alte Bilder vom Kurs in Boppard 1999

Hier einige Bilder vom Bogenbaukurs 1999 in Boppard 

Bild oben: Dr. Johann Tinnes

Bild oben - unten: Pfeilbefiederung von Hand

Bild oben - unten: einkleben der Pfeilspitzen mit Birkenpech

     

Details der Holmegaard Bogenenden

     

     

Die Übergänge am Griff des Holmegaard Bogen

Elaine Turner mit dem Holmegaard - Steinzeitbogen oben 1999 und unten auf dem Turnier in Kruft im August 2009

Bild oben: Walter Mehlem mit dem Steinzeitbogen bei den europäischen Meisterschaften 2005 - Museum Monrepos - Segendorf/ Neuwied

Bild oben: nach zehn Jahren 1999 - 2009, kommt der Bogen jetzt in den Ruhestand und es wird ein neuer Holmegaard gebaut.

Die fertigen Bögen haben eine Zugkraft von 30 und 44 lbs, Bogenlänge 1,75m und 1,79m. Die breiteste Stelle der Wurfarme beträgt 48 mm. Griffe 25/ 23mm tief, 25/27mm tief. 

Der - Meare Heath - Bogen

2. der prähistorische Bogen von Meare Heath

England  Ca. 2600 v. Chr. 

In Südwest England, auch bekannt als West Somerset wurde im Juni 1961 dieser spektakuläre Fund durch einen Torfstecher bei seiner Arbeit im Moor zu Tage gebracht. Folgt man die B3151 von Glastonbury in nördlicher Richtung, gelangt man nach wenigen Kilometer an diesen Fundort - Meare Heath. Im näheren Umkreis befinden sich außerdem noch mehrere andere wichtige Fundstellen. Werkzeuge, Pfeilspitzen und vor allem ein weiterer Bogenfund bei Ashcott Heath. Bei dem Meare Heath Fundstück handelt es sich um ein bisher in dieser Form vorhandenes Einzelstück. Der Bogen war im Griff gebrochen wodurch nur ein Wurfarmbruchstück geborgen werden konnte. Annahmen zur Länge des Bogens reichen von 1,68 - 1,88m. Was aber den Fund so spektakulär machte ist eine überbreite Dimensionierung des Wurfarmes - breiteste Stelle ca. 65 mm und 17,5 mm dick. Der Bogen wurde aus Eibenholz gefertigt, jedoch nur aus dem Kernholz. Das Wurfarmprofil zeigt einen gerundeten Rücken und einen flachen Bauch. Gerade mal 22 mm misst die schmalste Stelle am Griff in der Breite. Markant ist auch die Tropfenförmige Ausbildung der Nocke. Reste einer Verzierung durch Leder oder auch Rohhautstreifen auf dem Wurfarm bieten viel Raum für Spekulationen über deren Sinn. Das Originalfundstück befindet sich heute im Museum für Archäologie und Anthropologie in Cambridge.

Meare Heath - sollte auch in meiner Sammlung nicht fehlen und kann jetzt auch in unserer kleinen Ausstellung präsentiert werden.

                   

Bild links: der Rohling und der fertige Bogen             rechts: das Wurfarmende

Bild oben: das Profil des Meare Heath

Bild oben: Rückenansicht des Bogens

Bild oben: Griffgestaltung und Übergänge zum Wurfarm

Bild oben: gespannter Bogen

Bild oben: der halbe Bogen von vorn. Zusätzlich im Bild: Obsidian zu Herstellung von Pfeilspitzen, Pfeilschaftglätter aus Sandstein

Burkhard mit dem Meare Heath Bogen von J. Tinnes

Meare Heath - eigene Rekonstruktion März 2009

Holz: da für einen Nachbau mit solch breiten Wurfarmen Eibe in entsprechender Dimension sehr schwer zubekommen ist, fertigte ich meinen Bogen aus Feldahorn. Länge 1,78 m, Breite 61 mm / 17,5 mm, Zugkraft 45 lbs. Ein etwas breiterer Griff von 26 / 31 mm sollte einer möglichen Bruchgefahr vorbeugen. Die Verzierungen an den Wurfarmen beschränken sich auf je zwei Wicklungen aus Leder. Um die Schultern am Wurfarmende zu sichern erhielten diese eine Wicklung aus Beinsehnen vom Hirsch. Ein sehr weicher Auszug beweist dass solch ein Bogen mit einer weit höheren Zugkraft auch noch von nicht so kräftigen Schützen problemlos geschossen werden kann. Jedoch entwickeln die überbreiten Wurfarme meines Meare Heath viel Vibrationen was zu einem Handschock führt. Eine Griffummantelung mit Leder mindert den Handschock auf ein erträgliches Maß.

Die Darstellung der gekreuzten Bänder zeigt das vermutliche Design des "Meare Heath" 

3. der „Bodman“ Bogen  Ca. 4000 v. Chr.

Im vorigen Jahrhundertwurde der Bogenals Einzelstück bei unsachgemäßen Ausgrabungen bei einer Siedlung am Bodenseeufer bei Bodman gefunden. Da bis heute nicht nachvollziehbar ist in welcher Fundschicht und Lage er geborgen wurde, kann zu der Datierung nur eine ungefähre Angabe gemacht werden. Lediglich Art und Form des Bogens lassenRückschlüsse auf einen Zeitraum von 4000 – 3000v. Chr. zu. Der Propellerförmige Bogen wurde einteilig aus Eibe gefertigt. Eine dünne Schicht weißes Splintholz bildet hier den Bogenrücken. Sehr markant und auffällig sind die Bogenenden die zur Befestigung der Bogensehne als Knopfprofil herausgearbeitet wurden. Das Original ist 1,50 m lang, an der breitesten Stelle der Wurfarme 3,7 cm breit und am Griff 2,5 cm breit – 2,9 cm tief. Der eigene Nachbau verfügt in etwa die gleichen Abmessungen, hat aber mit 37 lbs. weniger Zugkraft als das Original mit 40 – 60 lbs. Im Profil zeigt der Bogen eine leichte „D“ Form, biegt sich jedoch bei vollem Auszug über die ganze Länge. Der Originalfund des „Bodmanbogens“ ist heute im Rosengarten – Museum in Konstanz zu sehen.

Profile Eigenbau "Bodman" Bogen

oben: Griffausbildung

oben: Knopfausbildung an den Bogenenden "Bodmanbogen"

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